Faszination Tiefschnee – Spaß und Herausforderung

Tiefschnee AbfahrtViele Skifahrer sind gefesselt von der Faszination Tiefschnee und es genügt ihnen nicht die planierte Piste, die von manchen abfällig als Pistenautobahn bezeichnet wird. Neben guten skitechnischen Fertigkeiten ist hierzu aber auch eine genaue Kenntnis des Schnees unerläßtlich, wie sie eigentlich nur für Menschen gilt, deren Lebensraum er darstellt. Dies erinnert ein wenig an Menschen, die in enger Vertrautheit mit dem Meer leben und dessen Launen und Eigenheiten genau kennen müssen.

Die Beschaffenheit des Schnee, der in nordischen Breiten fällt und dessen genaue Differenzierung ist für die dort lebenden Menschen keine bloße Akribie, sondern vielmehr im Grunde nichts anderes als eine Überlebensfrage. Deshalb besitzen Eskimos nicht nur ein Wort für Schnee besitzen, sondern so viele, wie sie Schneearten unterscheiden, je nach Farbe oder Beschaffenheit.

In unseren Breiten hingegen wird relativ grob unterschieden, da wir zwar an Schneefall in der entsprechenden Jahreszeit (oder heute auch davon abweichend) gewohnt sind, jedoch nur in Bezug auf eher nebensächliche Bereiche wie Spiel und Sport genau differenzieren müssen, um welche Art Schnee es sich handelt.

So kennt man allgemein, sofern man nicht beispielsweise in den Alpen wohnt oder mit Wetter als Beruf zu tun hat, wahrscheinlich nicht wesentlich mehr als die Unterscheidung zwischen Neuschnee, Tiefschnee und Pulverschnee, die jedoch freilich den Schnee bezüglich ganz verschiedener Kriterien unterscheiden helfen. Bei Wintersportarten jedoch und insbesondere natürlich beim Ski- und Snowboardfahren, ist eine genauere Kenntnis von Witterungscharakteristika und Merkmalen des Schnees durchaus von Nutzen.

Das Fahren im Tiefschnee

Das Fahren im Tiefschnee fahren gar eine eigene Unterdisziplin dar, die sehr beliebt ist. Man muss dazu allerdings bereits relativ geübt sein, denn es handelt sich dabei um das Fahren abseits regulärer undTiefschnee Piste bestens präparierter Pisten mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Tiefschneefahren bezeichnet das Fahren in neu gefallenem (im Idealfall) Schnee, der eine gewisse Tiefe und Lockerheit aufweist. Man fährt dabei also im freien Gelände, was natürlich auch ein gewisses Risiko birgt, das allerdings generell durch das Können des Fahrers eingeschränkt wird. Manchem Sportler bringt dies noch erheblich mehr Freude als die Abfahrt auf einer Buckelpiste.

Der Skifahrer erweckt dabei den Eindruck, sich in Rückenlage zu befinden, jedoch pendelt er eigentlich um die Mittellage. Das Tiefschneefahren zu erlernen erfordert ein gewisses Können und bedarf einiger Übung. Es lässt sich am besten zunächst auf einer normalen Piste einüben, beispielsweise Mittels Lagewechsels in Schrägfahrten oder Pedalieren.

Erst wenn dies relativ sicher beherrscht wird, sollte man sich tatsächlich abseits der Piste begeben. Denn zum einen ist es nicht ungefährlich, im Tiefschnee statt auf glatter Piste zu fahren, zum anderen aber macht es auch wenig Spaß, im Tiefschnee einzusinken bzw. stecken zu bleiben, was dann der Fall ist, wenn man nicht aufgrund Beherrschen der Technik durch eine geschlossene Skiführung den Auftrieb erhält, der das das Fahren im Tiefschnee eigentlich erst zum Vergnügen macht.

Für den Anfänger empfiehlt sich ein Untergrund von nicht mehr als 20 cm neu gefallenem Schnee mit einer festen Unterlage, der nach Eintrainieren der Technik befahren werden kann. Wie stets beim Lernen trägt nämlich ein relativ schneller Erfolg dazu bei, dass bald größere Fortschritte gemacht werden und man die Motivation nicht verliert.