Das Ski-Wachs – Komposition und Anwendung

Skifahrer Ski-WachsZu den großen Geheimnissen des Wintersports gehörte von Anfang an das Thema Ski-Wachs. Für Anfänger und Außenstehende kann die erste Begegnung mit den Mysterien vom richtigen Wachsen durchaus den Anschein von Alchemie erwecken. Gerade die großen Stars wachen eifersüchtig darüber, dass nichts von dem verraten wird, was sie für ihr allein selig machendes Wachsverfahren halten. Kein Rezept ist zu verschroben, kein Zutaten-Mix von Bitumen bis zu Hirschfett unmöglich. So wird es jedenfalls sehr gern erzählt.

Tatsächlich ist die Komposition und Anwendung von gutem Ski-Wachs die Summe unendlich vieler Versuche und Erfahrungen und natürlich auch von Misserfolgen und Fehlern. Wissenschaftlich gesehen hat die Wahl des richtigen Wachses aber nichts mit Zauberei zu tun. Es kommt viel mehr auf die jeweiligen Faktoren Temperatur, Feuchtigkeit, Schneekörnung und die Art der Schnee-Reibung an.

Wichtige Faktoren beim Ski-Wachs

1.) Temperatur: Jedermann weiß, dass Temperaturen einen Einfluss auf Werkstoffe, Flüssigkeiten und Schmiermittel haben. Fachleute haben deshalb unterschiedliche Wachsrezepte für die verschiedenstenSki-Wachs Temperaturbereiche entwickelt. Die Temperaturangaben beziehen sich dabei sowohl auf den Schnee als auf die Luft. Da sich die Temperaturen aber gerade bei Abfahrten stark verändern können, sollte für die Wahl des richtigen Wachses an mehreren Punkten der gesamten Strecke gemessen werden.: Wenn der Schnee im Schatten und an der Oberfläche eine Temperatur um 0° oder tiefer hat, kann man davon ausgehen, das diese Temperatur auch dann gehalten wird, wenn die Lufttemperatur während des Tages ansteigt.

2.) Feuchtigkeit: Der zweite wichtige Faktor für die Wahl des richtigen Wachses ist die Luftfeuchtigkeit. Dabei kommt es nicht so sehr auf ein paar Prozentpunkte mehr oder weniger als auf die örtliche Klima an. In einer trockenen Klimazone können 50% Luftfeuchtigkeit schon sehr viel sein, in einer feuchten sind 60-70% eher wenig. Bei gutem Wachs finden sich hierzu die entsprechenden Hinweise.

3.) Schneekörnung: Natürlich ist auch die Form der Schneekristalle und damit der Schneeoberfläche wichtig für die Wachswahl. Relativ schwierig ist es, wenn der Schnee sehr frisch ist oder noch fällt. Die Schneekristalle können nämlich noch so kalt und hart sein, dass sie sich wie winzige Nadeln ins Ski-Wachs bohren oder es sogar abreißen. Hier ist ein besonderes Wachs erforderlich, das für die nachfolgende Erwärmung des Schnees auch noch wasserabweisende Eigenschaften besitzt. Falls Kunstschnee eingesetzt wird, ist ein Wachs mit einem Zusatz synthetischer Paraffine sinnvoll. Sobald der Kunstschnee einige Tage alt ist, gelten die gleichen Gleiteigenschaften wir für Naturschnee.

4.) Art der Schnee-Reibung: Genau genommen gibt es einen Unterschied zwischen der Reibung auf Eis und auf Schnee. Bei den üblichen Wintertemperaturen von -4° bis -10° C (Luft) sorgt der Wasserfilm zwischen der Auflage und dem Ski mit Wachsschicht für eine optimal niedrige kinetische Reibung. Bei tieferen Temperaturen nimmt die Dicke des Wasserfilms zu. Das gilt auch, wenn der Schnee schmilzt. Der stärkere Wasserfilm zwischen Ski und Schnee erhöht sich, die Reibung nimmt zu und am Belag entsteht ein bremsender Saug-Effekt.

Bei der Wahl des richtigen Wachses gilt daher, weniger an Geheimrezepte zu glauben, sondern die Faktoren Temperatur, Feuchtigkeit, Schneekörnung und die Formen der Schnee-Reibung zu beachten. Daneben sollte sich der ambitionierte Wintersportler aber auch um weitere Dinge kümmern, wie etwa einen Kantenschleifer um den Ski immer den richtigen Schliff zu geben.

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