Geheimtip Kantenschleifer – Hinweise zur Kantenbearbeitung
Das Optimieren der Seitenkanten eines Ski geschieht mittels eines Kantenschleifer, der dafür sorgt, dass die Ski schneller und genauer greifen. Das ist besonders bei härteren Schneeoberflächen wichtig. Aber auch im normalen Einsatz ist der Zustand der Seitenkanten mit einem guten Profil bei Autoreifen vergleichbar. Je besser und störungsfreier der Griff, umso sicherer die Fahrt.
Je nach Alter der Ski und eigenem Anspruch sind Winkel zwischen einem und fünf Grad möglich. Nützlicher Hinweis: Ein idealer Winkel von 90° entsteht dann, wenn sowohl auf der Belegkante als auch auf der Seitenkante jeweils 1° abgeschliffen werden. Dieser Winkel nutzt sich nicht so schnell ab und bietet dennoch die Vorteile eines hängenden Winkels für hohe Drehbarkeit.
Natürlich sollten alle Kanten nach der Bearbeitung noch einmal gut poliert werden. Dadurch werden auch feinste Grate und Rillen ausgeglichen. Um den richtigen Winkel bei den Kanten von Skiern zu feilen, darf nie vergessen werden, dass es sich nicht um Einzelstücke wie zum Beispiel bei einem Snowboard, sondern um ein Paar handelt. Skier haben eine völlig andere Hebelwirkung und andere Drehwinkel.
Bevor man sich also an die Kantenbearbeitung macht, sollte man daher sehr genau überlegen, was man eigentlich will. Ein einmal gefeilter Winkel kann nicht wieder rückgängig gemacht werden. Und jeder weitere Schliff erhöht den Winkel. Es empfiehl sich daher gerade bei neuen Ski, mit keinem Winkel größer als 0,5° auf der Belagsseite zu beginnen. Nützlicher Hinweis: Trauen Sie keiner Feile und erst recht nicht ihrem Blick. Man neigt dazu, „immer ein wenig zuzugeben“ statt genau nachzumessen.
Ein besonderes Problem für Kantenschleifer sind Verhärtungen an den Kanten, die zum Beispiel dadurch entstehen, dass über einen Stein gefahren wurde. Hier reicht es nicht, mit der Feile oder einem Kantenschleifer über das Material zu gehen. Die Verhärtung ist – wie die Bezeichnung bereits andeutet – eine Materialverdichtung, die nicht gefeilt, sondern mit einem Schleifstein entfernt werden muss. Alle anderen Versuche würden nur die Kante und das Werkzeug ruinieren.
Kantenschleifer und Seitenkanten
Anders als die Belagskanten sind die Seitenkanten wesentlich leichter zu bearbeiten. Es empfiehlt sich dabei, Anschlagwinkel zu benutzen. Neue Ski können mit einer Karosseriefeile bearbeitet werden. Dadurch werden unsaubere Stellen und Verhärtungen gefahrloser geglättet als mit einer
Schleifmaschine. Abschließend ist dann nur noch die Schärfung mit einer Stahlfeile erforderlich.
Obwohl es eigenartig klingt, gehört zum Kantenschärfen auch das Gegenteil. Dort nämlich, wo die Ski nicht mit der vollen Belastung mit der Schneeunterlage in Berührung kommen, sollten die Kanten „gebrochen“, also „entschärft“ werden. In erster Linie betrifft diese Maßnahme den vorderen gebogenen Teil der Ski. Aber auch ganz hinten können die Kanten entsprechend bearbeitet werden.
Wer sich an die Kantenbearbeitung mit Hilfe eines Kantenschleifer macht, sollte von vornherein die alte Handwerkerregel berücksichtigen, das schlechtes Werkzeug auch das beste Material ruinieren kann. Hochwertige Ski, perfekte Einspannvorrichtungen und sorgfältiges Arbeiten reichen nicht aus, wenn die Schleifgeräte zu billig ausgewählt sind und nichts taugen. Keine Angst also vor Fachbegriffen wie Titaniumklingen oder Keramiksteinen.
Gewusst-wie-Tipp: Für alle, die auf Kunstschnee fahren, eignen sich Diamantfeilen im Taschenformat, die zwei der wichtigsten Eigenschaften für die Kantenbearbeitung kombinieren. Zum einen haben sie die Schneidfähigkeit von guten Feilen, zum anderen können sie wie ein Schleifstein entgraten. Wie bei allen Dingen so ist beim Kantenschleifer und bei jedem anderen Ski-Zubehör Umsicht, Aufmerksamkeit und Erfahrung von großer Wichtigkeit.































